Das Treffen kommt durch eine Freundin zustande, die mit Michel im Weinberg arbeitet. Wir kommen in Montigny-lès-Arsures an, der Hauptstadt des Trousseau, nur wenige Schritte von Arbois entfernt. Wir entdecken sein Winzerhaus, das im Herzen des Dorfes verankert ist, treten ein und setzen uns um seinen Tisch, um eine feierliche, zeitlose Weinprobe zu beginnen.
Michel gehört zu jenen diskreten Persönlichkeiten, die von ihren Kollegen anerkannt und respektiert werden. Er übernahm sehr jung den familiären Mischbetrieb, den er nach und nach in einen Weinberg umwandelte, der heute 7,5 Hektar umfasst. Während er die Ratschläge der Alten aufmerksam hörte, entwickelte er eine respektvolle Weinbauweise und weigerte sich, synthetische Produkte zu verwenden. In den 80er Jahren war er somit einer der wenigen, die Weine ohne Zusätze produzierten, sowohl im Weinberg als auch im Keller, jenseits des gesellschaftlichen Drucks – aus seiner Liebe zum Boden, zum Wein.
Seine harte Arbeit trägt Früchte, und wir sind Zeugen davon. Mit eiligen Schritten verschwindet Michel in seinem Keller, um eine staubige, etikettenlose Flasche in der Hand wieder heraufzubringen. Er sagt nichts, wir probieren. In diesem Wein steckt eine unglaubliche Energie, als käme er gerade erst aus dem Weinberg. Mit einem schelmischen Lächeln auf den Lippen sagt Michel uns: „Das ist ein Wein von 1984“.