Riu Pintat
Conqueyrac, Cevennen, Frankreich
Bei einem Messebesuch in Arles stoßen wir auf den Stand von Riu Pintat, Charlie lässt uns die Weine probieren und erzählt uns von dem Projekt. Die Cuvées sprechen für sich, explosiv und einzigartig. Sofortige Begeisterung. Den Rest überlassen wir ihrer Beschreibung:
„Hinter Riu Pintat verbergen sich drei Personen - Samuel, Adrien und Charlie - 7 Hektar Weinberge in der halbtrockenen Ebene von Pompignan, das ehemalige Sekretariat eines Rathauses, das vorerst als Weinkeller dient, ein Massey Ferguson Modell 148, in fast leuchtendem Rot und eine Schar von Kompliz*innen, die bereit sind, viele Dienste zu leisten. In Riu Pintat gibt es sechzigjährige Carignan-Fetische, fünfzigjährige Cinsault- und Tempranillo-Reben, dreißigjährige Grenache Blanc und Noir sowie jüngere Sauvignon-Reben.

Im Jahr 2023 produziert Riu Pintat drei Rotweincuvées, Weiß- und Roséweine werden erst 2025 auf den Verkostungsfässern zu finden sein.
Pragmatisch kümmert sich Riu Pintat um seine Weinberge, entblättert auf allen vieren, sät Gründünger breitwürfig aus, bearbeitet den Boden mit der Dezimalmaschine, behandelt mit sehr geringen Dosen Schwefel und Bordeauxbrühe. Im Keller erledigen die indigenen Hefen und eine hartnäckige Überwachung den Großteil der Arbeit.
Riu Pintat konfrontiert sich ständig mit dem System, das von den Denkern und Technikern der dominanten Landwirtschaft etabliert wurde, mit dem eklatanten Mangel an Einkommen für diejenigen, die ernähren oder tränken, mit den verachtenswerten Überlegungen, die der Ökologie, der ländlichen Welt, den Bauern und Bäuerinnen zugestanden werden. Riu Pintat denkt ängstlich an den Rückgang der Landwirtschaft, an die immer weniger genutzte nutzbare landwirtschaftliche Fläche und den daraus resultierenden Anstieg der Brachflächen, an die daraus folgende Verwaldung und das technisch-politisch größere Brandrisiko.
So beteiligt sich Riu Pintat von den Ebenen des Gard aus aktiv an Versuchen, den Weinbau begehrenswerter und den Wein bekömmlicher zu machen, mit der fragilen Hoffnung, handwerklich eine bessere Zukunft zu gestalten. »
